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10 schockierende Wahrheiten über Erziehung - Was eine Stunde Schlaf mit ADS zu tun hat, warum Sie Ihr Kind besser nicht loben sollten und warum besonders gut gemeinte Erziehung keine 'Engel' produziert

10 schockierende Wahrheiten über Erziehung - Was eine Stunde Schlaf mit ADS zu tun hat, warum Sie Ihr Kind besser nicht loben sollten und warum besonders gut gemeinte Erziehung keine 'Engel' produziert

von: Po Bronson, Ashley Merryman, Richard Barth

PeP eBooks, 2010

Format: ePUB, PDB, OL

geeignet für:

Mac OSX, Windows PC , Bookeen Cybook Orizon, Ectaco Lite, Odys Media Book Scala, Aluratek Libre, eLyricon EBX-500.TFT, PocketBook 302, IREX Digital Reader, FlatReader, BeBook 'One', iRiver Story, Sony Reader PRS-3xx, Bookeen CyBook Opus, Hanvon/Hexaglot N518, PocketBook 301+, COOL-ER eReader, Inves-Book 600, eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9, Italica Reader, Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx, Pocketbook 360, Hanvon N516 Weltbild , Palm eReader Online-Lesen für: Linux, Mac OSX, Windows PC

Preis: 13,99 Euro

(Ersparnis gegenüber gedruckter Ausgabe: 3,96 Euro)

ISBN: 9783641047023
Download: 708 KB
352 Seiten

Mehr zum Inhalt

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Leseprobe zu: 10 schockierende Wahrheiten über Erziehung - Was eine Stunde Schlaf mit ADS zu tun hat, warum Sie Ihr Kind besser nicht loben sollten und warum besonders gut gemeinte Erziehung keine 'Engel' produziert

"8. Kapitel KANN MAN SELBSTDISZIPLIN LERNEN? (S. 139-140)

Den Entwicklern eines neuartigen Vorschulkonzeptes werden ständig die Zuschüsse gekürzt - die Kinder sind so erfolgreich, dass sie nicht mehr »gefährdet« genug sind, um weitere Studien zu rechtfertigen. Worin besteht ihr Geheimnis?

In meiner Schulzeit habe ich eine Art nationalen Initiationsritus absolviert und als Zehntklässler an der Highschool ein halbes Jahr lang Fahrunterricht genommen. Ich erinnere mich noch gut an unseren Fahrlehrer. Er war ein hochgewachsener, älterer Herr, der dicke Brillengläser, Strickjacken in leuchtenden Farben und Karohosen trug. Und er war der einzige Lehrer, den wir mit seinem Vornamen Claude anreden durften. Daneben war er der Golflehrer unserer Schule. Damals ist er mir nie besonders freundlich oder nachsichtig vorgekommen, aber er muss eine Engelsgeduld gehabt haben, wenn er Teenagern Autofahren und Golfspielen beibringen konnte.

Da ich bisher nur einen Unfall hatte, habe ich Claude eigentlich immer zugutegehalten, dass er mir mit Erfolg beigebracht hat, wie man Auto fährt. Ich bin davon ausgegangen, dass Fahrunterricht in der Schule eine gute Sache ist. Mit dieser Annahme stehe ich nicht alleine: Derzeit kann man in 17 amerikanischen Bundesstaaten die praktische Fahrprüfung einfach überspringen, sofern man am schulischen Fahrunterricht teilgenommen hat. Betrachtet man das Ganze jedoch aus wissenschaftlicher Sicht, bietet sich ein ganz anderes Bild. In verschiedenen Studien sind die Unfallzahlen vor und nach der Einführung von Fahrunterricht an einzelnen Schulen verglichen worden.

Diese Studien kommen allesamt zu dem Ergebnis, dass Fahrer, die einen solchen Kurs absolviert haben, nicht weniger Unfälle haben als andere.85 Im ersten Moment konnte ich das kaum glauben. Der Fahrunterricht ist für mich ein so zentraler Bestandteil der Highschooljahre - und jetzt soll er völlig nutzlos gewesen sein? Doch dann fielen mir einige Freunde wieder ein, die mit mir Fahrstunden genommen hatten und kurz nach der Prüfung in Unfälle verwickelt waren. Mit all seiner Geduld hatte Claude das nicht verhindern können. Und ich erinnerte mich daran, wie ich selbst so manches Mal knapp an einem Zusammenstoß vorbeigeschrammt war, weil ich es als Teenager superwitzig fand, quer über drei Fahrspuren zu fahren, ohne zu blinken.

Sicher, Schüler lernen im Fahrunterricht die Regeln des Straßenverkehrs. Sie lernen, wie ein Auto funktioniert, wie man einparkt, dass man nicht abrupt bremsen sollte und dass man blinken muss, bevor man abbiegt. Aber die wenigsten Unfälle gehen auf Unkenntnis der Verkehrsregeln oder mangelhafte Fahrtechnik zurück. Auslöser von Unfällen sind vielmehr mangelhafte Fähigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Teenager sind nur geringfügig häufiger an leichten Unfällen mit Blechschaden beteiligt, aber sehr viel häufiger an schweren Unfällen. In Unfälle mit Todesfolge sind Teenager statistisch gesehen doppelt so oft verwickelt als andere Altersgruppen.

Das hat nicht nur mit fehlender Fahrpraxis zu tun - sondern mit dem Alter und der Informationsverarbeitung im Frontallappen des Gehirns. Schulen alleine können aus Teenagern deshalb keine sicheren Autofahrer machen. Im Gegenteil: Schulischer Fahrunterricht macht den Erwerb eines Führerscheins so einfach und problemlos, dass der Anteil junger Fahrer auf den Straßen ansteigt. Im Jahr 1999 berichtete die medizinische Fakultät der Johns Hopkins University, dass in neun Schulbezirken, die Fahrunterricht abgeschafft hatten, Autounfälle mit Beteiligung von 16- und 17-Jährigen um 27 Prozent zurückgegangen seien."