Kurzinformation
In der medizinischen Versorgung wird die Mitbestimmung des Patienten immer stärker betont. "Shared decision making" lautet das Schlagwort für eine partizipative Arzt-Patient-Beziehung. Dabei wird oft wie selbstverständlich der "mündige" und selbstbestimmende Patient vorausgesetzt.
Die Studie von Peri Terzioglu zeigt nun, dass die allgemeinen Modelle von einer stärkeren Patientenbeteiligung für psychotische Menschen nur zum Teil zutreffen. Wichtiger als umfassendes Informieren ist die Entwicklung einer tragfähigen Beziehung, die geprägt ist von Vertrauen und viel Zeit für Gespräche lässt.
In dieser qualitativen Studie wurde untersucht, was eine gelungene Zusammenarbeit zwischen psychoseerfahrenen Patienten und ihren ambulant behandelnden Psychiatern ausmacht. Vier niedergelassene Ärzte, die in dem Ruf stehen, besonders "kooperativ" zu sein, wurden dazu befragt und während etlicher Behandlungstermine beobachtet. Ergänzende Interviews mit 26 Patienten und die Analyse der Praxisabläufe geben ein gutes Bild davon, was diese Ärzte "anders" bzw. "richtig" machen und was beide Seiten zufrieden stellt.
Die Autorin
Peri Yasemin Terzioglu, Jahrgang 1970, Dr.phil., studierte Psychologie in Berlin,wo sie 2004 auch promovierte. Bisherige Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit: AIDS-Prävention bei Jugendlichen, biografische Konzepte und Lebensqualität von Jugendlichen nach Herz- bzw. Lebertransplantationen u. a. Sie war zudem beschäftigt mit der Entwicklung eines Curriculums für den Bereich Interaktion /Kommunikation im Medizinstudium.