ebook Reader
ebook Reader
leiste_l
leiste_r

 

Gerhard Schröder - Ein Porträt

Gerhard Schröder - Ein Porträt

von: Jürgen Hogrefe

PeP eBooks, 2002

Format: ePUB, PDF, PDB, OL

geeignet für:

Mac OSX, Windows PC, Mac OSX, Windows PC , Bookeen Cybook Orizon, Ectaco Lite, Odys Media Book Scala, Aluratek Libre, eLyricon EBX-500.TFT, PocketBook 302, IREX Digital Reader, FlatReader, BeBook 'One', iRiver Story, Sony Reader PRS-3xx, Bookeen CyBook Opus, Hanvon/Hexaglot N518, PocketBook 301+, COOL-ER eReader, Inves-Book 600, eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9, Italica Reader, Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx, Pocketbook 360, Hanvon N516 Weltbild , Palm eReader Online-Lesen für: Linux, Mac OSX, Windows PC

Preis: 7,99 Euro

ISBN: 9783894807610
Download: 322 KB
213 Seiten


 

Kurzinformation

Dieses Buch ist entstanden in vielen Jahren der Beobachtung. 1984 ist der Autor Gerhard Schröder das erste Mal begegnet. Er kam allein auf ein Sommerfest in der hannoverschen Zoogaststätte. Seine Ehefrau Hiltrud, die er kurz zuvor geheiratet hatte, konnte nicht dabei sein, weil ihr ein Goldfischglas auf den Fuß gefallen war. Der Autor Jürgen Hogrefe hat über Schröder als Oppositionspolitiker in Hannover geschrieben und als Ministerpräsident von Niedersachsen. Als Hogrefe nach fast fünf Jahren im Ausland wieder nach Deutschland zurückkam, war Gerhard Schröder gerade Kanzler geworden. Seitdem hat er ihn in Bonn und Berlin und auf vielen Reisen, auf die er ihm gefolgt ist, wieder aus der Nähe betrachtet.Was Hogrefe von ihm und über ihn weiß, wollte er nun in einem Buch beschreiben. Es ist ein Porträt geworden. Keine Biografie und auch keine Chronik der Kanzlerschaft Schröders – aber das Porträt enthält Elemente von beidem. Es geht um den Politiker Gerhard Schröder und um den privaten Menschen, wobei der eine von dem anderen gelegentlich kaum zu unterscheiden ist. So sehr ist die Politik zu seinem Lebensalltag geworden; so sehr hat er auch das Private in die Politik geholt.Das Porträt stellt die Hauptperson in den Vordergrund, aber es leuchtet auch den Hintergrund aus. Es führt Personen vor, die im "System Schröder" wichtige Rollen spielen und schildert Zusammenhänge und Ereignisse, in denen Typisches zum Ausdruck kommt. Nahezu jedes der zwölf Kapitel ist in seiner eigenen Form geschrieben – mal als Reportage, mal als Essay oder als bunte Geschichte. Würde man den Verlauf der ersten vier Jahre Gerhard Schröders im Amt des Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland als Kurve zeichnen, sie würde erhebliche Ausschläge zeigen - nach oben wie nach unten.
Dem glanzvollen Einzug ins Bonner Kanzleramt folgte ein negatives erstes Regierungsjahr. »Wir haben damals in den Abgrund geblickt«, gibt Schröder mittlerweile zu. Heute, gut zwei Jahre später, feiert ihn die konservative »Welt« als den »unbestrittenen Beherrscher der deutschen Politik«, der sich »anschickt, noch während seiner ersten Amtszeit zum maßgeblichen Regierungschef des Kontinents aufzusteigen«.
Das Formhoch muss aber nicht zwangsläufig anhalten. In den zurückliegenden Jahren hat die Regierung Schröder mehrfach ihre Fähigkeit zum unvorhergesehenen Fiasko unter Beweis gestellt. Haben die erstaunlichen Schwankungen damit zu tun, dass Schröder auf politisch unsicherem Grund agiert? Fehlen ihm die notwendigen politischen und persönlichen Fundamente, um die Deutschland AG durch schwierige Zeiten zu bugsieren? Oder sind die Zeiten so, dass sie nur von einem pragmatischen, ideologisch nicht festgelegten Mann gestaltet werden können, der dann und wann zwangsläufig einmal irren muss?
Schröder selbst hatte bei Amtsantritt nur vage Vorstellungen davon, wie die Politik der »neuen Mitte« aussehen sollte: den Reformstau auflösen, Deutschland »flott« kriegen, die Arbeitslosigkeit reduzieren. Aber einen Bauplan für sein Projekt hatte er nicht. Über die richtigen Wege, die zu diesen Zielen führen, war - und ist er sich auch heute - noch immer nicht im Klaren.
Dennoch: Im Amt hat sich Gerhard Schröder als »lernfähiges System« erwiesen. Er regiert mit einem ganz eigenen, neuen, verblüffenden Politikstil, mit dem er nebenbei auch noch die Opposition weitgehend lahm legt: Er bindet politische Gegner in wichtige Entscheidungen ein. Er öffnet die Regierungshoheit für gesellschaftliche Gruppen und Einzelpersönlichkeiten. Er umgeht das Parlament durch Einrichtung von Sonderkommissionen und außerparlamentarischen Gremien: Schröders Berliner Räte-Republik, die er mehr zu moderieren als zu regieren scheint.
Die Kanzlerschaft hat Schröder - als Politiker und als Mensch - mehr verändert als jeder andere Lebensabschnitt zuvor. In der gegenwärtigen weltpolitischen Krise wird ein neuer Gerhard Schröder sichtbar. Er wirkt ernsthafter, seriöser, staatsmännischer denn je.